Technologietransfer, Geografische Angaben und Menschenrechte

Das IGE beschäftigt sich mit weiteren Themen, die zur Verwirklichung der Nachhaltigkeitsziele beitragen. Zu diesen gehören:

 

Transfer von Technologien

 

Das Geistige Eigentum spielt eine entscheidende Rolle beim Transfer von Innovationen. Dies gilt sowohl für den Transfer von der Forschung in die kommerzielle Anwendung (vertikaler Technologietransfer) als auch zwischen den Ländern (horizontaler oder internationaler Technologietransfer). 

 

Patente und Lizenzierung

 

Patente und Lizenzierung

Geistiges Eigentum, insbesondere Patente, spielt eine zentrale Rolle beim Schutz von Innovationen. Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen können Patente auf Erfindungen erlangen. Der Technologietransfer erfolgt oft durch die Lizenzierung von Patenten, wodurch Dritte die Rechte erhalten, die geschützte Technologie kommerziell zu nutzen.

WIPO GREEN

 

Mit WIPO GREEN hat die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) 2013 einen Marktplatz lanciert, der zur Verbreitung von nachhaltigen Technologien beiträgt. Die seit 2019 bestehende Partnerschaft ist ein Beitrag des IGE zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der UNO.

 

 

Das IGE verfolgt die Arbeiten zum Technologietransfer in verschiedenen internationalen Foren und multilateralen Abkommen, wie beispielsweise im BBNJ-Abkommen (Übereinkommen über die biologische Vielfalt ausserhalb der nationalen Hoheitsgewässer) und in der Klimakonvention (United Nations Framework Convention on Climate Change). Der Technologietransfer im Rahmen der Klimakonvention bezieht sich auf die Verbreitung von umweltfreundlichen Technologien und von Wissen in die Entwicklungsländer, um den Einsatz klimafreundlicher Massnahmen zu fördern.

  

Nachhaltige Entwicklung und Geografische Angaben

 

Eine geografische Angabe kennzeichnet ein Produkt, das aus einem bestimmten geografischen Gebiet stammt. Die Qualität, das Ansehen oder die Eigenschaften dieses Erzeugnisses sind untrennbar mit diesem geografischen Ursprung verbunden und im Wesentlichen auf ihn zurückzuführen. Die enge Verbindung zwischen den durch eine geografische Angabe geschützten Erzeugnissen und ihrem Terroir (dem Ort, an dem sie erzeugt werden, einschliesslich der natürlichen und menschlichen Faktoren) stellt für die Erzeuger einen Anreiz dar, die Unversehrtheit der natürlichen Ressourcen, aus denen sie hergestellt werden, zu erhalten. 


Dieses Umweltbewusstsein ist jedoch nicht auf die geschützten geografischen Angaben beschränkt. Auch die Hersteller von Produkten, die für den Schutz durch eine neu zu schützende geografische Angabe in Frage kommen, arbeiten daran, Nachhaltigkeitsaspekte in die Vorschriften und Kontrollmechanismen zu integrieren, die sie für die Herstellung der daraus gewonnenen Produkte einführen. 


Auch wenn Nachhaltigkeit keine Voraussetzung für den Erwerb einer geografischen Angabe ist, kann das Verfahren zur Erlangung des Status ein nützliches Instrument zur Förderung von Nachhaltigkeitszielen sein.
 

Was macht das IGE?

 

Um Produzentenorganisationen zu unterstützen, haben die FAO und OriGIn den Leitfaden «Practical guidelines for producer organizations to identify priorities, assess performance and improve the sustainability of their geographical indication systems» publiziert. Dieser Leitfaden soll in Zusammenarbeit mit OriGIn in Kooperationsprojekten (z.B. im Kaffee- und Kakaosektor in Peru und El Salvador) angewandt werden. So sollen die Produzenten von Produkten mit geografischen Angaben dabei unterstützt werden, selbst eine Nachhaltigkeitsstrategie für ihre Produkte zu entwickeln und anzuwenden. Nachhaltigkeitskriterien finden dabei entweder als separate Nachhaltigkeitsstrategie Anwendung oder werden im Pflichtenheft integriert.

 

 

Geistiges Eigentum und Menschenrechte

 

Im Bereich der Menschenrechte bestehen verschiedene Berührungspunkte zum Geistigen Eigentum. Das gilt besonders im Zusammenhang mit den Rechten der indigenen Völker, den Rechten der Bauern sowie dem Recht auf Nahrung. Entsprechend verfolgt das IGE die Arbeiten im Bereich der Menschenrechte in verschiedenen internationalen Foren und im Rahmen von multilateralen Abkommen, wie beispielsweise der UN Declaration on the Rights of Indigenous Peoples (UNDRIP) und der United Nations Declaration on the Rights of Peasants and Other People Working in Rural Area (UNDROP).

 

 

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