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Häufige Fragen

von Konsumenten und Konsumentinnen sowie Unternehmen zum Urheberrecht

Eine Zusammenstellung der häufigsten Fragen (FAQ) von Konsumenten und Konsumentinnen sowie Unternehmen zum Urheberrecht.

 
 

Sie benötigen grundsätzlich immer und für alle Verwendungen (z. B. auf einer Website) eine Erlaubnis. Dabei spielt es keine Rolle, dass:

  • Sie damit kein Geld machen;
  • die Wiedergabe auf der Website Werbung und damit im Interesse des Künstlers / der Künstlerin ist;
  • dieselben Inhalte auch auf anderen Websites zu finden sind;
  • Sie nur einen Ausschnitt oder einen Thumbnail (Bildvorschau) verwenden.


Hingegen brauchen Sie keine Erlaubnis, um Bücher zu lesen, Musik zu hören oder Filme anzusehen.

 
 

Grundsätzlich müssen Sie die Erlaubnis zur Nutzung des urheberrechtlich geschützten Werks direkt beim Rechteinhaber bzw. bei der Rechteinhaberin einholen. Zum Teil ergibt sich die Erlaubnis aber auch aus dem Urheberrechtsgesetz (URG). Das ist der Fall:

  • bei der Privatkopie und beim Schulunterricht;
  • beim Kopieren in Betrieben und in der Verwaltung;
  • bei der Entschlüsselung von Computerprogrammen;
  • bei der Nutzung von verwaisten Werken;
  • bei der Herstellung von Sicherungskopien;
  • bei der Verwendung durch Menschen mit Behinderungen;
  • beim Zitieren, bei der Panoramafreiheit und bei der Berichterstattung über aktuelle Ereignisse.
 
 

«Jetzt suche ich noch schnell ein Foto für meine neue Homepage.»

Vielleicht haben Sie sich das auch schon gedacht, als Sie Ihre eigene Homepage erstellen wollten. Aber Vorsicht! Während in der Schweiz einzig Fotografien mit individuellem Charakter urheberrechtlich geschützt sind, ist z. B. in Deutschland jede Fotografie geschützt (Lichtbildschutz). Wenn Sie ein fremdes Foto verwenden möchten, sollten Sie deshalb immer den Fotografen bzw. die Fotografin um Erlaubnis fragen. Tun Sie das nicht, laufen Sie Gefahr, z. B. von einem Richter in Deutschland wegen einer Verletzung des Lichtbildschutzes verurteilt zu werden.

 
 

Nehmen Sie Abmahnschreiben ernst, selbst wenn sie von ausländischen Anwälten / Anwältinnen oder nicht eingeschrieben eintreffen. Bei einer Schweizer Website kann je nach Sprache z. B. auch deutsches, französisches oder englisches Recht zur Anwendung kommen und ein Gericht im entsprechenden Land zuständig sein. Sie sollten sich deshalb überlegen, einen Anwalt / eine Anwältin beizuziehen.

 
 

Das Kopieren aus Büchern, Broschüren, Zeitschriften usw. ist für den Unterricht in Schulklassen und für die interne Information oder Dokumentation in Betrieben, öffentlichen Verwaltungen und ähnlichen Einrichtungen gestattet. Die Urheber/innen haben im Gegenzug Anspruch auf eine angemessene Vergütung. Diese Vergütung ist nach abstrakten Kriterien (insbesondere nach der Anzahl Mitarbeiter) in Form einer Pauschale festgesetzt. Die ProLitteris zieht die Vergütung ein.

Sie sind gesetzlich verpflichtet, der ProLitteris Auskunft zu erteilen (z. B. durch Ausfüllen des Erhebungsformulars). Das bedeutet aber nicht, dass Sie anschliessend auch eine Vergütung bezahlen müssen. Gestützt auf ermittelte Stichproben schulden z. B. Betriebe aus dem Baugewerbe mit weniger als 15 Angestellten keine Vergütung. Demgegenüber sind z. B. Anwaltskanzleien verpflichtet, bereits bei einem Angestellten eine Vergütung zu bezahlen.

Ein Vergütungsanspruch liegt nach Auffassung des Bundesgerichts bereits vor, wenn die Möglichkeit besteht, solche Kopien herzustellen. Die ProLitteris muss deshalb nicht nachweisen, dass Sie tatsächlich urheberrechtlich geschütztes Material kopiert haben.

 
 

Im Internet häufig anzutreffen sind z. B. Creative Commons- oder GNU-Lizenzen. Sie erlauben eine einfache sowie weitgehend freie und kostenlose Benützung der lizenzierten Inhalte.

Leider sind diese Lizenzmodelle nicht unproblematisch. Sollte der «Lizenzgeber» nämlich in Wirklichkeit gar nicht befugt sein, die Werkverwendung freizugeben, kann es sein, dass Sie sich trotz vermeintlicher Lizenz plötzlich berechtigten Schadenersatzforderungen der Rechteinhaber/innen gegenübersehen. Sie sollten bei der Nutzung solcher Inhalte deshalb vorsichtig sein.

 

Häufige Fragen

von Künstlern und Künstlerinnen sowie Autoren und Autorinnen zum Urheberrecht

Eine Zusammenstellung der häufigsten Fragen (FAQ) von Künstlern und Künstlerinnen sowie Autoren und Autorinnen zum Urheberrecht.

 
 

Der Urheberrechtsschutz entsteht automatisch. Es gibt kein Register. Ihr Werk ist somit geschützt, sobald Sie es geschaffen haben. Auch müssen Sie keinen Hinweis wie z. B. © oder «Copyright» am Werk anbringen, damit es geschützt ist.

Bitte beachten Sie Folgendes: Konzepte und Ideen sind urheberrechtlich nicht geschützt; sie sind frei und dürfen weitergegeben werden. Geschützt ist nur die Form, in welcher die Ideen und Konzepte ausgedrückt werden (wie z. B. der geschriebene Text).

 
 

Sie haben verschiedene Möglichkeiten, um in einem Streitfall zu beweisen, dass Sie Urheber/in eines Werks sind:

  • Sie können Zeugen beibringen.
  • Sie können Ihr Werk bei einem Notar oder Anwalt bzw. bei einer Notarin oder Anwältin hinterlegen; so sind Sie in der Lage, zu beweisen, dass Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt über ein Werk verfügt haben.
  • Schliesslich kennt das Urheberrechtsgesetz (URG) eine «Vermutung der Urheberschaft». Solange nichts anderes nachgewiesen ist, gilt als Urheber/in, wer auf den Werkexemplaren oder bei der Veröffentlichung des Werks mit seinem oder ihrem Namen, einem Pseudonym oder einem Kennzeichen genannt ist.
 
 

Ja, grundsätzlich können Sie Ihre Urheberrechte z. B. verkaufen oder gewisse Handlungen mittels Lizenz erlauben. Allerdings können Sie Ihre «Urheberpersönlichkeitsrechte», wie z. B. das Recht, als Urheber/in genannt zu werden, nicht übertragen. Ein solcher Vertrag wäre ungültig.

Sie können Ihre Urheberrechte nicht nur schriftlich, sondern auch mündlich oder gar stillschweigend übertragen. Das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE) verfügt über keine Musterverträge.

Wir raten grundsätzlich davon ab, Vorlagen aus dem Internet zu übernehmen. Es ist besser, das Gewollte in eigenen Worten zu formulieren. Wenn Sie unsicher sind, wenden Sie sich am besten an einen Anwalt bzw. eine Anwältin, der /die auf Urheberrecht oder Lizenzvertragsrecht spezialisiert ist. Sie finden die entsprechenden Personen z. B. über die Suchmaschinen des Schweizerischen Anwaltsverbandes oder der Demokratischen Juristinnen und Juristen der Schweiz.

 
 

Auch wenn Sie nur einen kleinen Teil des Werks nutzen oder das Werk etwas abändern, müssen Sie eine Erlaubnis einholen. Grundsätze wie «Man darf einen Ausschnitt aus einem Musikstück verwenden, wenn dieser weniger als zehn Sekunden dauert oder nicht mehr als zehn Töne umfasst» sind falsch. Es genügt auch nicht, nur die Farben oder die Grösse eines Werks zu ändern.

Eine «freie Benutzung» liegt erst dann vor, wenn die Vorlage lediglich zur Inspiration dient und allfällige Ähnlichkeiten angesichts der Individualität des neuen Werks verblassen, wie z. B. bei Modest Mussorgsky's Klaviersuite «Bilder einer Ausstellung», in der Mussorgsky zehn Bilder seines verstorbenen Freundes Victor Hartmann musikalisch umgesetzt hat.

 
 

Als Inhaber/in von Urheber- und verwandten Schutzrechten können Sie sowohl auf zivilprozessualem als auch auf strafrechtlichem Weg die Beachtung Ihrer Rechte einfordern. In beiden Fällen entscheidet ein Richter / eine Richterin, ob eine Verletzung Ihrer Rechte vorliegt oder nicht. Es ist in der Regel sinnvoll, vor dem Gang zum Gericht das Gespräch mit der «Gegenpartei» zu suchen. Möglicherweise können Sie sich einigen und so den aufwändigen Gerichtsweg vermeiden.

 

Wir empfehlen, die Sachlage und das weitere Vorgehen mit einem Anwalt bzw. einer Anwältin zu besprechen, der / die auf Urheberrecht spezialisiert ist. Sie finden die entsprechenden Personen z. B. über die Suchmaschinen des Schweizerischen Anwaltsverbandes oder der Demokratischen Juristinnen und Juristen der Schweiz.