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Zurich vitaparcours: Seit Generationen fit mit Markenschutz

Im Wald Kalorien verbrennen und die Muskulatur stärken: Der Zurich vitaparcours ist eine Schweizer Fitness-Institution. Heute gibt es 488 Parcours in der Schweiz. Geschützt ist dabei nicht die Idee des Trainings im Wald, sondern vor allem der Name.

Der Froschhupf ist eine der Übungen, die einen heute auf dem Zurich Vita Parcours erwarten. Foto: Zurich Vitaparcours.

Erwin Weckermann von der Männerriege Zürich-Wollishofen verlagert in den 1960er-Jahren das Training seiner Turner zunehmend in den Wald. Unterstützt von Förster Carlo Oldani und Hochschulsport-Experte Charly Schneiter entwickelt er einen dauerhaft eingerichteten Trainingspfad. 1968 wird in Zürich der erste Vita Parcours eröffnet.

Nach der Premiere unterstützt die Vita Lebensversicherung die Initiative und wird zur Namensgeberin. Aus dem Zürcher Trainingspfad entwickelt sich ein schweizweites Angebot. Heute wird der Zurich vitaparcours (Name seit 2008) durch die Stiftung VITA Parcours stragegisch geleitet. Die operative Leitung für sämtliche Bereiche der Zurich vitaparcours obliegt der Direktion Zurich vitaparcours, einem Kompetenzzentrum von RADIX Schweiz. Gesundheitsstiftung.

 

Mehr als ein paar Posten im Wald

Hinter den 488 Anlagen steht ein einheitliches Konzept. «Ein Zurich vitaparcours ist mehr als eine Ansammlung von Übungen. Dahinter stehen Vorgaben, die in der ganzen Schweiz gelten», sagt Barbara Bächler, Leiterin Zurich vitaparcours.

Wer einen neuen Parcours errichten möchte, wendet sich an Zurich vitaparcours. Die Organisation besucht den Standort, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Für die Umsetzung und Bewirtschaftung ist eine lokale Trägerschaft verantwortlich. Das sind meist Gemeinden. Die Organisation begleitet die Umsetzung, stellt Material und Wegweisung zur Verfügung und nimmt den fertigen Parcours offiziell ab. Auch danach wird auf die Standards geachtet: Regelmässige Qualitätsprüfungen stellen sicher, dass die Vorgaben zu Qualität und Sicherheit eingehalten werden.

 

Erfolg schützen

Was lässt sich an einer solchen Erfolgsgeschichte überhaupt schützen? Die Idee, entlang eines Weges verschiedene Fitnessübungen anzubieten, ist schützenswert, aber nicht mit einem Patent. Ein Patent schützt technische Erfindungen. Ein Trainingskonzept als solches gehört nicht dazu.

Beim Zurich vitaparcours liegt der Wert des Geistigen Eigentums deshalb an anderer Stelle beim Namen. Mit der wachsenden Bekanntheit gewinnt auch dessen Schutz an Bedeutung. Im Schweizer Markenregister hat die Stiftung mehrere Bezeichnungen als Marken eingetragen: «Vitaparcours», «Parcoursvita», «Percorsovita», «Zurich vitaparcours», «Zurich parcoursvita» und «Zurich percorsovita».

 
 

Markenschutz kann beliebig oft verlängert werden

Der Markenschutz gibt der Inhaberin das Recht, andere unter bestimmten Voraussetzungen daran zu hindern, gleiche oder ähnliche Kennzeichen für die geschützten Waren und Dienstleistungen zu verwenden. Geschützt wird damit nicht die Idee, sich im Wald fit zu halten, sondern das Kennzeichen, unter dem das Angebot bekannt ist. Und die Marke hat einen weiteren Vorteil, der gut zum Zurich vitaparcours passt: Ihr Schutz kann beliebig oft verlängert werden. Ein Patent ist dagegen maximal 20 Jahre geschützt. Ein Name kann somit über Generationen markenrechtlich geschützt bleiben.

 

Dass dieser Schutz nicht nur auf dem Papier eine Rolle spielt, erlebt Zurich vitaparcours immer wieder. «Vielen ist gar nicht bewusst, dass Zurich vitaparcours und Vitaparcours eine geschützte Marken sind», sagt Bächler. Die Bezeichnung taucht immer wieder an Orten auf, die nichts mit dem offiziellen Angebot zu tun haben. «Wir haben sogar schon erlebt, dass der Name für einen Hunde-Parcours verwendet wurde.»

 

In solchen Fällen sucht die Organisation das Gespräch. In den meisten Fällen kommt es zu einer Lösung. Auch bei der Gestaltung gibt es Grenzfälle. So wurden bereits Tafeln kopiert oder Elemente des offiziellen Parcours für eigene Angebote übernommen. «Natürlich kann jemand einen eigenen Fitnessparcours betreiben. Wenn er nicht zu uns gehört, muss er sich aber klar vom Zurich vitaparcours unterscheiden», sagt Bächler.

 

Mit dem Namen Vitaparcours verbinden Generationen Bewegung und Fitness in der Natur. Was 1968 als Trainingspfad im Zürcher Wald begann, ist längst zu einer bekannten Marke geworden. Sie trägt dazu bei, dass man weiss, was einen erwartet, wenn am Waldrand «Zurich vitaparcours» steht.

 
 

Wer den Vitaparcours aus seiner Jugend kennt, trifft heute nicht mehr auf genau dasselbe Trainingsprogramm. Das Konzept wurde mehrfach überarbeitet.

Ursprünglich gab es 20 Posten mit jeweils einer Übung. Das aktuelle Konzept wurde in Zusammenarbeit mit dem Sportwissenschaftlichen Institut Magglingen entwickelt und orientiert sich an heutigen Erkenntnissen. Die Übungen wurden über die Jahre immer wieder überarbeitet. Heute stehen an 15 Posten insgesamt 43 Übungen zur Auswahl. Gelb steht für Beweglichkeit und Geschicklichkeit, Rot für Kraft und Blau für Ausdauer.

Ein Parcours ist idealerweise ein Rundkurs von rund zwei bis zweieinhalb Kilometern. Und natürlich setzt die Landschaft Grenzen: Im Tessin sind Untergrund, Wald und Vegetation anders als beispielsweise im Mittelland. Das Grundkonzept bleibt jedoch überall dasselbe.

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