Kundenschreiner mit Ambition

Exklusivität und Schutz vor Nachahmern: Der Appenzeller Thomas Sutter setzt bei neuen Stuhl- und Tisch-Modellen auf Designschutz.

 
Stuhl von Thomas Sutter Typ lara

Rund drei Milliarden Franken geben die Schweizerinnen und Schweizer jedes Jahr für neue Möbel aus. In einem solchen Markt  fällt es nicht auf, wenn sich ein junger Möbelschreiner selbständig macht und Designmöbel für die anspruchsvolle Kundschaft baut.

Was bei Thomas Sutter im Winter 2005 so klein begonnen hatte, entwickelte sich allerdings schnell zu etwas Grösserem. Aus dem Einmannbetrieb wurde ein KMU mit 13 Mitarbeitern, das unterdessen einen eigenen Showroom an der Appenzeller Hauptgasse betreibt. Mit dem Erfolg kam die Publizität und mit ihr die Nachahmer.

«Ich habe dem Thema IP lange nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt», gesteht Thomas Sutter rückblickend. Daran änderte sich auch nichts, als er 2009 für den Swiss Economic Award nominiert wurde und von einem Jurymitglied explizit darauf angesprochen wurde.

Doch dann half der Zufall nach: Sutter bekam Wind von einem Konkurrenten, der eine Eins-zu-Eins-Kopie seines Stuhlmodells Peter produzierte und verkaufte. «Das gab den Ausschlag», erzählt Sutter, «seither stelle ich alle neuen Modelle unter Designschutz.»

 
Stühle von Thomas Sutter Typ mia

Neun Designs hat er bereits angemeldet, vorwiegend für Tische und Stühle. Und auf allen betroffenen Modellen prangt nun der offizielle Vermerk «Modèle déposé». Er soll einerseits potentielle Nachahmer abschrecken und anderseits – für Sutter beinahe noch wichtiger – dem Kunden gegenüber eine gewisse Exklusivität signalisieren.

Als nächstes will der 28-jährige Unternehmer den Markenschutz angehen. Bislang hielt er das nicht für nötig, weil seine Firma nur Insidern ein Begriff war. Doch unterdessen umfasst sein Kundenkreis die ganze Schweiz und Teile des angrenzenden Auslands.

Der orange Schriftzug Thomas Sutter auf schwarzem Hintergrund ist zu einem Wegweiser im hartumkämpften Möbelmarkt geworden «Wir haben da einen Wert geschaffen», erklärt Sutter, «mit dem wir sorgfältig umgehen wollen.»